Kleingeldprinzessin im Interview

Kleingeldprinzessin im Interview

verfasst: 26.12.2006 von WHOOP!
WHOOP!: Hallo Dota, geht's dir gut, fühlst du dich erleichtert nach dem Konzert hier im BASTA?
Dota: *grins* Mir geht's gut. Natürlich bin ich nach so einem Konzert glücklich.

Fehlen dir denn die Stadtpiraten?
Allein auf der Bühne zu stehen, ist immer was anderes, als mit der kompletten Band. Ich genieße es sehr, Solokonzerte zu spielen, weil es einige Stücke gibt, vor allem portugiesische, die ich mit den Stadtpiraten nicht spiele, ja, schon deswegen liebe ich solche Abende... Ach ja, portugiesisch du warst mal eine Zeit lang in Brasilien wie kam das und sind nächste Projekte geplant? Nächstes Jahr fahre ich wieder hin, um mit einigen Musikern von meinem ersten Aufenthalt Aufnahmen zu machen, aber auch mit Leuten, die ich erst hier bei Konzerten kennengelernt habe. Mittelinselurlaub Eerto da Estrada ist dort entstanden mit Dan.. Ursprünglich bin ich wegen einer Parasitenstudie nach Brasilien geflogen...

Wegen einer Parasitenstudie?
Naja, ich habe Medizin studiert bzw. ich bin schon noch eingeschrieben und werde das vielleicht auch mal weiterstudieren, aber im Augenblick ist dafür keine Zeit...

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Vor einer Weile hatte ich auf deiner Internetseite gesehen, dass ihr in Russland tourt. Was war das für eine Erfahrungen für dich?
Das war ziemlich stressig, weil wir in nur einer Woche sieben Konzerte spielten aber es war großartig, von der Stimmung der Leute, alle Auftritte waren echt gut besucht, vor allem von deutschen Studenten... das Goetheinstitut hatte das alles organisiert und im Vorfeld wurden sogar Texte von uns in den Unis durchgenommen

Hast du da manchmal noch Zeit und Lust dich mit deiner Gitarre an Strassen zu setzen und zu spielen?
Lust schon, manchmal mach ich das auch, aber generell fehlt zum einen die Zeit und dann musst du auch sehr laut singen, das strengt die Stimme enorm an und geht einfach nicht wenn ich Konzerte habe...

War es so auch im Sommer, als du wegen Stimmproblemen den Gig im BASTA! absagen musstest?
Ja, genau, da lief so ein Straßenmusikfestival vorher.

Konntest du einen Einblick von Görlitz gewinnen?
Ich war vor 2 Jahren schon mal in Görlitz, im Scharfrichterhaus, auch solo und das war echt gemütlich. Damals waren dort noch alle möglichen Baumaßnahmen im Gange...ich weiß noch, als ich aus dem Bahnhof kam, war das erste, was ich sah, Glatzen, die rumpöbelten, und wenn du in Kreuzberg lebst, wo es kaum Rechtsextremismus gibt, dann ist das schon etwas seltsam... unabhängig davon, ist Görlitz eine wunderschöne Stadt und manchmal scheint es schon fast zu schön mit seinen renovierten Häuserfassaden...

Und die Atmosphäre heute Abend?
Es war echt ein richtig gutes Konzert mit tollem Publikum und ich hoffe, die die Stadtpiraten das nächste mal mit dabei zu haben.

Da würde ich mich auch freuen...aber noch mal ne andre frage, warst du als kind schon so sprachgewandt und wie war das mit den ersten Liedtexten bei dir?
Also richtig zu schreiben und Gitarre zu spielen habe ich ja erst mit 21 begonnen, vorher waren das immer mehr Kurzgeschichten gewesen. Ja, und dann habe ich angefangen zuerst auf Englisch Lieder zu verfassen, dann etwas Spanisch - bis ich mir dachte, dass es eigentlich dämlich und nur ein verstecken ist. „Fensterbrett“ war mein erstes deutsches Lied und danach habe ich gedacht, ich könne nie wieder ein Lied schreiben, „Ein Tag“ war dann das zweite, mit einem sehr ähnlichen Gefühl danach und mittlerweile habe ich mich damit ‚arrangiert', dass ich Lieder schreibe und es geht gut ...

Und wie ist das wenn du jetzt Lieder schreibst, kommen dir die Gedanken zu bestimmten Themen wenn du mal irgendwo sitzt und ratzfatz sprudelt ein Lied aus dir heraus, oder sind das frühmorgendliche Schreibaktionen, in die die letzten Träume einfließen?
Träume eher weniger und auch konstruierte Lieder schreibe ich selten, „Zimmer“ ist ein solches zum Beispiel, wo es um Angst geht, aber an sich sammle ich eine weile eh so ein Liedtext fertig ist... manchmal ist es auch so, dass ich mein Heft durchblättere und irgendetwas finde, was ich mal geschrieben habe und mir so denke, dass ich das auch mal vertonen könnte...

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Mit dem Text gehst du dann zu den Proben mit den Stadtpiraten?
Ja, mit dem Text und der Gitarre und dann experimentieren wir rum, basteln Passagen rein, ändern öfter mal die Takte denn ich habe so eine Gabe, die unterschiedlichsten Taktmaße zusammen zumischen und das macht die Band manchmal ein bisschen verrückt ... aber am Ende kriegen sie das immer wieder hin mit dem richtigen Taktmaß...

Hörst du andere deutsche Liedermacher?
Deutsche eigentlich kaum, es irritiert zu sehr fremde Textzeilen im Kopf zu haben. Spanische Musik höre ich viel, wie Silvio Rodriguez und João Boso aber auch spanische Instrumentalmusik...

Und nun die letzte Frage, wie ist das, steckt in deinen Taschen immer etwas Kleingeld?
Ja klar, ;) in Berlin, wenn ich U-Bahn fahre, für die, die Musik spielen oder die MOZ verkaufen...

Vielen Dank für das nette Gespräch!

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