Soulfire-Sound im Interview
verfasst: 29.01.2007 von WHOOP!
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WHOOP!: Wie kam es eigentlich dazu, dass Ihr angefangen habt zu singen?
Manali: Es fing damit an, dass wir Songs von jamaikanischen Künstlern nachsangen, aber ich für mich sehr schnell feststellte, dass ich mich beim Nachsingen von Texten Anderer nicht wohl fühlte - es waren nicht meine Gedanken und Gefühle, welche ich zum Ausdruck brachte. So war es eigentlich nur eine Frage der Zeit und der Überwindung, eigene Texte zu schreiben und sie dann auch einem Publikum vorzustellen.
Dralle: Wie es bei Soundsystemen so üblich ist, haben wir zu den Reggaeplatten die wir spielten kommentiert und mitgesungen. Es hatte sich also angeboten.
Warum singt Ihr in Deutsch?
Dralle: Deutsch ist meine Muttersprache. Es ist dennoch schwer für mich Gefühle in Worte zufassen. Ich empfinde beim Singen aber auch die Sprachen der Töne, Gefühle oder der Liebe - diese Sprachen sind nicht an Deutsch gebunden, sondern universell.
Manali: Da es mir in meinen Liedern insbesondere darum geht, meine Gedanken zu schildern, um diese dann denen zu vermitteln, die meine Texte hören, ist für mich Deutsch, als meine Muttersprache, die einzige Möglichkeit, dies zu realisieren. Ich besitze kein besonderes Talent für Fremdsprachen und habe zudem das Gefühl, dass die Aufmerksamkeit der zu meist deutschen Zuhörer, so besser auf die Inhalte der Texte gelenkt wird.
Man hat Euch oft zusammen mit Selecta Beatzeps von W.A.I.A. Records Musik machen sehen. Wer gehört eigentlich alles zu Soulfire - Sound?
Manali: Dralle und ich gründeten im Jahr 2000 das Soulfire Soundsystem und mit der Zeit kamen dann zu uns Selecta Beatzeps, welcher zudem noch bei W.A.i.A. Records aktiv ist und vor kurzem sein eigenes Soundsystem HiFipower gründete und natürlich Andreas und Steve als Verstärkung. Sie kümmern sich um das Booking, die Veranstaltungen und das WHOOP!-Magazin. Weiterhin gehören noch die Jungs unserer neuen Band dazu, über die ich aber jetzt noch nicht zu viel erzählen will.
Welche Artists haben Euch am meisten inspiriert?
Dralle: Die Quelle des Lebens ist auch die Quelle meiner Inspiration. Wenn ich z. B. im Gebirge unterwegs bin, oder einfach nur frische Luft schnappen gehe, bieten sich mir gelegentlich Geräuschkulissen, die von absoluter Harmonie bestimmt sind. Dazu gehört z. B. das Rauschen eines Flusses, Vogelgezwitscher, das sanfte Pfeifen des Windes, Stille, mein Atmen, usw. All diese Elemente gemeinsam bilden Musik, die mich im höchsten Maße inspiriert.
Manali: Für mich sind das, was den Reggae betrifft, Künstler wie Bob Marley, Corner Cambel, Dennis Brown, Everton Blender, Ganjaman und Uwe Banton - es gibt noch viele weitere, die ich hier nennen könnte, doch dies würde glaube ich den Rahmen hier sprengen.
Ganjaman aus Berlin mischte ja Euer erstes Album ab. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Manali: Soulfire-Sound ist nicht nur ein Soundsystem - es ergab sich über die Jahre, dass wir in unserer Heimatumgebung regelmäßig Reggaepartys veranstalteten. Wir haben es uns zum Vorsatz gemacht, dem Publikum Künstler zu präsentieren, von denen wir überzeugt sind, dass sie einer breiteren Masse vorgestellt werden müssen - es war also völlig selbstverständlich, dass Ganjaman einer der ersten deutsche Reggaeartists war, den wir in unsere Stadt einladen mussten. So kam der Kontakt mit ihm zustande und wir sind ihm überaus dankbar für seine bereitwillige Hilfe und Unterstützung.
Welcher Gig hat bei Euch am meisten Eindruck hinterlassen?
Dralle: Alle waren einzigartig und alle hinterließen ihren Eindruck bei mir. Jeder Gig formte mich zu dem, wer ich bin. Dafür möchte ich mich bedanken.
Manali: Für mich war das die Aftershowparty vom 15 Grad Rock, letztes Jahr in Görlitz. Was die Stimmung und Ausgelassenheit der Leute betrifft, war dies für mich ein besonderer Moment. Die Leute lagen sich singend in den Armen und ließen sich nicht mal da durch stören, dass die Luft zum schneiden war und der Putz, aufgrund der durch Körperausdünstungen zum Maximum gestiegenen Luftfeuchtigkeit, von den Wänden fiel.
Wie seht Ihr die augenblickliche Entwicklung in Musikszene in Eurer Umgebung?
Manali: Ich sehe die Entwicklung durchweg positiv, denn ich denke, dass es hier in der Region ein breites Angebot an unterschiedlichen Musikrichtungen, Bands, MC`s und DJ`s gibt. Ich stelle immer mehr fest, dass so manche gute Band, hier in der Region, nur darauf wartet von den Leuten gehört zu werden und ich mir wünsche, dass möglichst viele das Glück haben, ihre Musik vor Publikum vorstellen zu dürfen.
Wann kann man das nächste Album von Euch erwarten?
Dralle: Wenn es da ist, ist es da. Momentan befinde ich mich in einer Phase, wo es sehr lange dauert, ein Lied von mir einigermaßen als fertig gestellt betrachten zu können. Ich bin auch sehr selbstkritisch und lass keine Gesangsspur stehen, die mir nicht 100%ig zusagt. Das beschleunigt die Arbeit nicht sonderlich, aber der Arbeit wird mehr Qualität verliehen.
Manali: Dies wird sicher noch ein wenig dauern, da bei mir momentan mein Studium im Vordergrund steht und so sehr wenig Zeit für die Musik bleibt, doch einmal in der Woche proben wir zusammen mit unserer gerade entstehenden Band.
Vielen Dank für das Gespräch.
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